Faszientraining – Fakten, Food und Fitnessübungen

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiv mit dem Faszientraining. In einer mehrteiligen Reihe möchte ich euch zeigen, was sich hinter diesem Fitness-Hype verbirgt. Alles über Fakten, Food und Fitnessübungen mit und ohne Faszienrolle!

Was sind Faszien?

Habt ihr euch schon einmal diese Frage gestellt? Sicherlich hat jeder schon von dem Begriff „Faszien“ gehört, doch die wenigsten wissen, worum es sich hierbei handelt!

Faszien sind das Netzwerk unseres Bindegewebes! Das Netzwerk umgibt unsere Muskeln und sorgt für den Schutz unserer Organe. Zudem sorgt es für die nötige Körperspannung. Ihr wollt euer Bindegewebe straffen? Oder Verspannungen lösen? Dann lest unbedingt weiter.

Denn ich spreche aus eigener Erfahrung, was es bedeutet als Mama eines Kleinkindes, sich wieder wohl im eigenen Körper zu fühlen. Seit der Geburt meiner Tochter bin ich regelrecht verspannt und gestresst gewesen. Schlaflose Nächte, körperliche Anstrengungen. Da merkt man schnell im Alltag, wie unbeweglich man geworden ist. Denn nicht nur Muskeln wollen trainiert werden, um im Alter aktiv zu bleiben. Faszien müssen auch trainiert werden! Leider wissen das zu wenig Leute und leiden dann an Blockaden, die schmerzhaft sind und uns im Alltag einschränken.

Wie kam ich auf das Faszientraining?

Seit vielen Jahren leide ich an Rückenschmerzen. Seit der Geburt meiner Tochter im März 2016 und den folgenden Komplikationen (Geburtsbericht zwischen Leben und Tod – ein Brief an meine Tochter) musste ich eine lange Zeit mich körperlich schonen. So nahm ich auch häufig eine „Schonhaltung“ ein, die letztendlich dazu führte, dass sich meine Schmerzen im Rücken, Schulter- und Beinbereich verschlimmerten!

Es gibt viele Möglichkeiten, sich körperlich fit zu halten: ob mithilfe von Fitnessgeräten, Ausstattungen für funktionale Fitness oder Aerobic. Es ist jedoch wichtig, stets aufgeklärt zu sein, welche Gegenstände wie anzuwenden sind und wofür sie dienen. Lasst euch informieren und lest euch alles genau durch.

Unaufgeklärt, wie ich damals gewesen bin, ging ich dann auch direkt ins Fitness-Studio und fing mit leichtem Muskeltraining an. Doch wochenlang tat sich nichts hinsichtlich dieser Schmerzen. Ich wurde körperlich etwas fitter und auch wieder stärker. Doch die Verspannungen, Blockaden und Schmerzen blieben! Dies war also keine Lösung dafür.

Ich entdeckte schließlich in einem Fitness-Studio eine Station für das Faszientraining. Zunächst war ich skeptisch, da das ganze sehr unspektakulär aussah. Zuhause informierte ich mich bei Dr. Google, aber da ich ihm wenig vertraue und viel mehr das Thema wissenschaftlich betrachten wollte, las ich entsprechende Fachliteratur.

Faszienrolle im Fitness-Studio
Faszienrolle im Fitness-Studio

Probieren geht über Studieren

Faszientraining soll also wahre Wunder bewirken! Damit die Faszien in unserem Körper nicht verkleben, müssen sie regelmäßig trainiert werden. Ich entdeckte Fitnessübungen für das Faszientraining ohne Hilfsmittel. Doch mich „faszienierte“ das Faszientraining mit einer Faszienrolle.

Vorher sollte man sich vergegenwärtigen, an welchen Stellen unseres Körpers Faszien zu finden sind. Die Faszien sind ein gebündeltes Fasergeflecht, ohne das unser Körper zusammenfallen würde. Das Bindegewebe bzw. unsere Faszien formen den Körper UND machen unser Skelett beweglich. Sowohl Muskeln, als auch Faszien können kontrahieren und lassen sich somit auch trainieren. Jedoch: Faszien brauchen länger, um auf Training anzuspringen, verändern sich langsamer als Muskeln. Sie nehmen auch nicht an Volumen zu. Erst nach ungefähr drei Monaten beginnen die Bindegewebszellen sich umzubauen. Aus diesem Grund sollte man das Faszientraining langfristig einplanen! Das Gute: Faszien verändern sich nachhaltiger als Muskeln!

Gut zu wissen: Die größte Faszie verläuft von dem großen Gesäßmuskel (Musculus glutaeus maximus) bis zu dem großen Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi).

Quelle: http://www.massage-steyr.at/news/5908-faszien/
Quelle: http://www.massage-steyr.at/news/5908-faszien/

Faszientools – Rolle oder Ball?

Durch vieles Sitzen beim Lernen für die Uni und den Stress beim Bewältigen meines Alltages zwischen Kind, Studium und Arbeit ist es kaum verwunderlich, dass sich so schnell Nacken- und Rückenbeschwerden eingeschlichen haben. Den ersten Kontakt mit einer Faszienrolle hatte ich tatsächlich bei einem Physiotherapeuten. Ganz ehrlich: mein erster Gedanke ist gewesen, was mir denn so eine „einfache Schaumstoffrolle“ überhaupt bringen sollte?!

Mittlerweile hype ich diese Rolle selber 😉 ! Ich bin begeistert von der Wirkung. Natürlich mit den passenden Übungen dazu. Diese werde ich in dem nächsten Beitrag zur Reihe „Faszientraining“ euch auch gerne zeigen.

Das Sortiment an Faszientools ist vielfältig. Was ist nun das richtige für euch? Zum Einstieg würde ich euch die Faszienrolle empfehlen. Diese ist perfekt für die Selbstmassage. Ihr solltet zu Beginn vorzugsweise einen weichen Härtegrad nehmen und langsam euch steigern. Euer Körper muss sich schließlich an das Faszientraining gewöhnen.

Die Handhabung ist relativ einfach. Da ich zunächst meine Rückenschmerzen bekämpfen wollte, habe ich auch hier angefangen. Die Faszienrolle legt man auf einen rutschfesten Untergrund und dann legt man sich vorsichtig mit dem Körper (Rücken-/Schulterbereich) auf die Rolle – genau auf die Stelle, an der es weh tut. Nun rollt man ein paar Mal hin und her. JAA, es tut zunächst verdammt weh! So soll es auch sein, da euer Körper noch keine Erfahrung mit dem Faszientraining hat. Eure verklebten Faszien werden sich durch regelmäßiges Rollen, z.B. 3-4 Mal Faszientraining in der Woche, bald bei euch bedanken! Die Verklebungen lösen sich immer mehr und auch die Schmerzen beim Training werden geringer.

Quelle: www.gorillasports.de
Quelle: www.gorillasports.de

Wozu braucht man dann noch Faszienbälle? Ganz einfach! Falls ihr gezielt einen schmerzhaften Punkt massieren möchtet, so empfehle ich einen Ball! Ich verwende nur zu gern einen Faszienball, um die Fußsohlen, die kleinen Gesäßmuskeln oder auch die Wadenmuskulatur zu massieren. Probiert es aus und ihr werdet euch wundern, wie wohltuend das ist. So ein Ball lässt sich übrigens auch super ins Büro mitnehmen. Ich benutze ihn gerne zuhause, wenn ich am Schreibtisch für die Uni lerne.

Quelle: www.gorillasports.de
Quelle: www.gorillasports.de

Für die Faszien im Bereich der Halswirbelsäule gibt es ein zusätzliches Faszientool, was die Wirbelsäule schont. Hier sollte man nämlich vorsichtig sein! Doch mit einem „Twinball oder Doppel Faszienball“ könnt ihr auch in dem Hals-/Nackenbereich sehr gut trainieren. Für mich ein Must-have, auch für alle anderen, die viel am Schreibtisch sitzen!

Quelle: Faszien-Training (Hrsg. von Wormer)
Quelle: Faszien-Training (Hrsg. von Wormer)

Gesundes und straffes Bindegewebe

Das Rollen allein reicht nicht aus, um euer Bindegewebe zu straffen. Wenn ihr wieder beweglich sein wollt und euer ganzheitliches Wohlbefinden zurück haben möchtet, so solltet ihr unbedingt auch auf eine entsprechende Ernährung achten. Für ein gesundes Gewebe gehört auch eine gesunde Ernährung! Für die Faszien ist vor allem wichtig, dass euer Körper ausreichend mit Vitaminen versorgt ist. Vor allem Vitamin C ist ausschlaggebend für den Eiweißaufbau. Daher brauchen auch Faszien ihre Tagesportion an Vitamin C, welches ihr reichlich in Obst und Gemüse findet.

Beispiele für Lebensmittel mit viel Vitamin C: Apfel, Banane, Brokkoli, Brombeere, Erdbeere, Heidelbeere, Himbeere, Kartoffel, Kiwi, Kresse, Mango, Orange, Paprika, Petersilie, Radieschen, Johannisbeeren, Tomate, Weißkohl und Zitrone.

Aber vergesst auch nicht das Trinken! Ohne Wasser funktioniert nichts, daher gewöhnt es euch an, mindestens 2 Liter am Tag zu trinken – vorzugsweise stilles Wasser.

Über tolle Rezepte zu Faszienfood, leckere Getränke und Übungen könnt ihr euch in den nächsten Beiträgen zu dieser Reihe freuen. 🙂

Viel Spaß beim Losrollen 😉

♡ In Liebe, Leni♡ XOXO

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