Komm! Denn ein Wrack ist ein Ort, an dem ein Schatz schlummert.

Hast du dich schon gefragt, was ich mit diesem Satz eigentlich sagen möchte?

Wer diesen Satz liest, kann ihn vielfach interpretieren. Dem ein oder anderen ist er sogar bekannt. Denn der Satz, den ich als Untertitel für meinen Blog gewählt habe, ist ein Zitat aus dem Song „Willst du“ von Alligatoah! Warum ich den Titel gewählt habe? Sicherlich nicht, weil ich ein großer Fan von Alligatoah bin – obwohl der Song gar nicht mal so schlecht ist. Nein – mir geht es um das, was der Satz aussagen möchte und zwar auf meine Situation bezogen.

Komm! empfinde ich als eine Einladung – eine Aufforderung hereinzutreten in eine neue Welt und sie zu betreten, unvoreingenommen! Zumal habe ich mich selbst damit aufgefordert mein Schicksal zu akzeptieren und meine neue „Welt“ neu zu entdecken. Ich bin gerade Mama geworden! Ja, ich habe eine neue Rolle einzunehmen. Nur ein Problem stellte sich mir dabei: Ich musste mich selbst erst einmal wiederfinden! Was ist aus mir geworden? Wer bin ich nun? Was wurde mir genommen? Kann ich damit leben? Bekomme ich jemals mein Leben zurück, wie es vor der Geburt war? Werde ich mich selbst wieder akzeptieren können? – Fragen über Fragen…

Du musst dir vorstellen, du wachst eines Tages morgens auf und steckst plötzlich in einem anderen Körper – einem fremden Körper. Du liegst tagelang in einem Krankenbett und hast Angst dich nur einen Zentimeter zu bewegen – nicht nur vor Schmerz, sondern auch vor der Ungewissheit, ob du weiterleben wirst.
Heute – ein Jahr nach meinem traumatischen Geburtserlebnis – kommt mir das Ganze wie ein schrecklicher Alptraum vor – ein nicht enden wollender Alptraum!
Ich musste meiner Tochter und meinem Mann zu liebe, mich in eine Welt begeben, aus der ich damals eigentlich nur entfliehen wollte. Ich habe mich schließlich getraut – ich bin hereingetreten in unser Familienleben – in ein Leben, was niemals wieder so sein wird, wie es war…das war mir bewusst, aber das sollte nicht heißen, dass das Leben schlechter werden sollte, sondern nur anders.

Mit Komm! möchte ich aber auch DICH einladen in meine Welt hereinzutreten. Wenn du das gerade liest, so hast du bereits einen Schritt gewagt und mich freut es, wenn du noch weiter hineingehst. Es gibt unendlich viele Menschen mit schweren Schicksalsschlägen – meins ist jedoch so selten, dass kaum jemand daran denkt, dass es passieren könnte. Die Freude darüber endlich schwanger zu sein, das Glück sein Kind wachsen zu spüren, die Aufregung es bald in den Händen halten zu dürfen! Aber hat jemals eine Bald-Mami daran gedacht, sie könnte bei der Geburt sterben? Die Sorgen, die man während der Schwangerschaft hat, sind doch immer nur dem ungeborenen Kind gewidmet. So war es zumindest bei mir…

Nun hatten wir das „Wrack“ – ich war eine Mama, die sich die ersten Tage nicht um ihr Baby kümmern konnte, die sogar Monate später ihr Kind nicht versorgen konnte. Ich fühlte mich tatsächlich wie ein Wrack! Schmerzen – nicht nur körperlich, sondern vor allem die seelischen Schmerzen! Das Wrack war aber noch viel größer…unsere Ehe hatte ebenso hart zu kämpfen, während der ersten Monate nach der Geburt. Es gibt Paare, die kommen mit einer „normalen“ Geburt und dem Leben mit Kind nicht zurecht und trennen sich letztendlich. Wir haben uns alles andere als getrennt – wir sind unendlich stark geworden. Ich bin so dankbar einen Ehemann zu haben, der uns nie aufgegeben hat – der MICH nie aufgegeben hat, der mich wieder auf die Beine gebracht hat und um uns gekämpft hat – uns als Familie. Nicht ich bin ein Wrack und nicht wir sind ein Wrack – sondern die Situation ist ein Wrack, in dem wir stecken. Zumindest vor einem Jahr…

Denn mittlerweile haben wir das Beste aus dem Wrack gemacht….ein Ort, an dem ein Schatz schlummert. Unsere Prinzessin bereichert unser Leben so sehr, dass es nicht in Worte zu fassen ist….ohne sie gebe es zwar nicht dieses Wrack von damals, aber dann gebe es vielleicht auch nicht uns als eine dermaßen starke Familie. Heute kann ich sagen: Das kämpfen hat sich gelohnt! Und das Nahtod-Erlebnis hat mich gelehrt, das Leben zu lieben. Nichts im Leben sollte selbstverständlich sein. Es kann ALLES passieren…heute oder morgen. Man darf sich nur nicht verrückt damit machen, denn mit ständiger Angst um sein Leben leben zu müssen, ist kein Leben. Leben ist lieben und geliebt werden – Liebe erfüllt das Leben und ohne sie hätte ich wahrscheinlich nicht um mein eigenes Leben gekämpft und würde heute nicht leben. Ich liebe meine Familie. Genieße das Leben und LIEBE !!!

Deine Leni

2 Comments

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  1. 1
    Anna

    Das hast du sehr schön geschrieben liebe Leni❤ Ihr seit wirklich eine starke Familie. Alles, alles Liebe und Gute für euch drei❤Bleibt weiterhin stark und voller Liebe wie jetzt❤

  2. 2
    Leni

    Liebe Anna, ich danke dir vom Herzen für deine liebevollen Worte <3 ich wünsche dir und deiner Familie auch nur das Beste und ganz viel Liebe :-*

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